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DRITTE VERLEUGNUNG DURCH DIE KIRCHE


Das Vatikan



Brief des Obersten Gerichtshofes
(Übersetzung aus dem Französischen)



SUPREMUM
SIGNATURA APOSTOLICAE
TRIBUNAL
____

PALAZZO DELLA CANCELLERIA
00120 CITTÀ DEL VATICANO

 

 

PROT. N. 20012/88 C.A.
QUEBECEN.
Iurium
(Armée de Marie - Pontificium Consilium pro Laicis)


Die Gemeinschaft „ARMEE MARIENS“ wurde von Frau Marie-Paule Giguère gegründet und am 10. März 1975 durch Seine Eminenz Kardinal Maurice Roy, dem Erzbischof von Quebec, eingesetzt. Aber weil sie mit der Zeit gefährliche Wege gegangen war, die nicht ganz orthodox sind, wurde sie zuerst durch den gleichen Kardinal Roy gewarnt und dann durch seinen Nachfolger, aber vergeblich. Dann hat die Glaubenskongregation eingegriffen, um die Irrtümer zu mißbilligen die verbreitet wurden, mit der Gefahr die Gläubigen zu empören. Nachdem ihre Leiter es abgelehnt haben, in der verlangten Zeit das Dokument zu unterschreiben, das der Erzbischof von Quebec, Louis-Albert Vachon vorbereitet hatte, wurde die Gesellschaft am 4. März 1987 durch ein Dekret aufgehoben.

Nachdem ein hierarchischer Einspruch gemacht worden war, hat der päpstliche Laienrat den obenerwähnten Beschluß durch ein Dekret vom 25. März 1988 bestätigt, mit folgenden Begründungen: „Die Analyse des Dossiers und der Fragen, die die Armee Mariens betreffen und an ihrem Ursprung sind, hat zu dem Schluß geführt, daß die Grundlagen und doktrinalen Prinzipien, auf denen die Statuten gründen, die Lehren und Aktivitäten der Armee Mariens nicht der Lehre der Kirche entsprechen und das die Ziele der Armee Mariens also nicht mit den Zielen der frommen Gemeinschaften übereinstimmen, wie es vom Kodex des kanonischen Rechts vorgesehen ist.“

Gegen das Dekret der Aufhebung, das durch den päpstlichen Rat bestätigt wurde, hat die obenerwähnte Gemeinschaft durch ihre eigenen Verteidiger Berufung eingelegt bei der Sektion Altera des obersten Gerichtschofes der päpstlichen Signatur und versicherte,:

- „in procedendo“,

1) daß man das Vertidigungsrecht außer Acht gelassen hatte;

2) daß die Gemeinschaft aufgehoben wurde, ohne vorheriges Urteil, was notwendig gewesen wäre, wegen den ökonomischen Wirkungen und den strafrechtlichen Sanktionen;

- „in decernendo“,

1) daß die Tatsachen, auf denen das Aufhebungsdekret gründet, nicht existieren oder nicht gegen die Lehre oder den Glauben der Kirche sind;

2) daß in diesem Dekret die Gemeinschaft als öffentlich angesehen wurde, obwohl sie privat ist, also wird die Bestimmung ihrer Güter nicht durch Kanon 123 geregelt;

3) daß das Dekret, durch das der päpstliche Laienrat den Entschluß des Ordinariats von Quebec bestätigt, „eine neue Sache“, „eine neue Anklage“ darstellt, im wesentlichen außer der Untersuchung, somit das Gesetz sowohl in der Prozedur als auch ihm Gehalt verletzt wurde.

* * *

DER OBERSTE GERICHTSHOF
DER APOSTOLISCHEN SIGNATUR

Weil die Akten der Sache und die Gutachten der Verteidiger, ebenso die Meinung des Bezeichneten und die Antwort der Kläger der Prüfung vorgelegt wurden,

Weil wir berücksichtigen, daß die Gründe, die der Verteidiger der Kläger gegen die Rechtmäßigkeit des Dekrets vorbringt, das angegriffen wird, jede richterliche Begründung entbehren, denn:

in procedendo“:

Man hat den Weg befolgt, wie er durch den Kodex des Kanonischen Rechts beschrieben ist, was die Aufhebung einer öffentlichen Gemeinschaft (Kanon 320, §§ 2-3) betrifft, die strenger ist, als die beantragte, eine private Gemeinschaft aufzuheben (cf. Kanon 326, §1), die die Armee Mariens nach dem Kläger ist, grundsätzlich muß man sagen, daß man alle Vorschriften von Kanon 326, § 1, beachtet hat, was die Aufhebung betrifft.

Um eine Gemeinschaft aufzuheben muß kein anderer Vorgang beachtet werden, als der, der in Paragraf 320 für die öffentlichen Gemeinschaften und in Kanon 326 für die privaten Gemeinschaften vorgeschrieben wird. Ebenso wurden auch Kan. 50-51 beachtet. All das wurde beachtet.

Daher kann man nirgends von Vernächlässigung des Verteidigungsrechts sprechen.

Die ökonomischen Auswirkungen der Absetzung dürfen nicht mit der Absetzung als solche verwechselt werden.

In diesem Fall darf die Aufhebung der Gemeinschaft nicht als eine Strafe angesehen werden und in der Aufhebung wurde keine Strafe „ferendae sententiae“ beantragt, noch wurde eine „latae sententiae“ Strafe gefällt.

in decernendo“:

Die Tatsachen, auf denen das Aufhebungsdekret gründet, erscheinen offensichtlich in den Akten. Dazu hat die Glaubenskongregation selber schon ein Urteil über die schweren Fehler in der Lehre gefällt und hatte die Möglichkeit erwähnt, die Gemeinschaft aufzuheben, wenn diese nicht die richtigen Vorkehrungen treffen würde, was die Gemeinschaft abgewiesen hat, indem sie das Dokument nicht unterschreiben wollte. Somit kommt das Urteil über die Lehre nicht der Apostolischen Signatur, sondern der obenerwähnten Kongregation zu.

Die Art der Gemeinschaft – öffentlich oder privat – berührt in diesem Fall die Rechtmäßigkeit der Aufhebung nicht.

Die Frage der Bestimmung der Güter, muß, wie schon oben gesagt, von der Aufhebung unterschieden werden, sie ist die Folge der Aufhebung, nicht der Grund.

Die Bestimmung der Güter ist übrigens durch Statuten geregelt.

in procedendo“ und „in decernendo“:

Bezüglich der Anklage gegen den päpstlichen Laienrat, muß daran erinnert werden, daß dieser gleiche Rat wegen einem hierarchischen Rekurs, der unter anderem durch den Kanon 1739 geregelt ist, gehandelt hat.

Bei der Vollversammlung des Kongresses, der vor dem unterzeichnenden Kardinal Präfekten am 17. März 1989 abgehalten wurde,

wurde beschlossen

daß der Rekurs nicht als Diskussionsbasis angenommen werden kann, weil es ihm an der Begründung fehlt.

Gegeben in Rom, am Sitz des Obersten Gerichtschofes der Apostolischen Signatur am 17. März 1989.

Achille Cardinal Silvestrini, Präfekt
+ Zenon Grocholewski, Secr.
(Übersetzung aus dem Französischen)


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